Der Wiener Prater

Loisl erklärt: Das was man heute als Prater kennt, ist nur ein kleiner Teil einer Auenlandschaft. Er hieß eigentlich Wurstelprater und entstand schon schon 1774, als das dem König gehörende Gebiet für die Allgemeinheit zugänglich gemacht wurde. Zunächst gab es hier viele Kaffeestände und auch kleinere Wurstbratereien. Im Laufe entwickelte sich dieses Gelände zu einem großen Vergnügungspark, den man in Deutschland als eine Dauerkirchweih bezeichnen würde. Wahrzeichen des Prater und auch Wiens ist das Riesenrad, dass im Prater zur Feier des 50. Thronjubiläums von Kaiser Franz Joseph I im Jahre 1897 hier aufgestellt wurde. Für seine Zeit war es das größte Riesenrad auf der ganzen Welt. Es hatte dreißig geschlossene Gondeln, deren Anzahl jedoch nach dem zweiten Weltkrieg auf 15 reduziert wurde.

der wiener praterDas Wiener Riesenrad im Prater wurde auch in vielen Filmen als Schauplatz verwendet, so z. B. im berühmten Nachkriegsfilm „Der Dritte Mann“ und der Regie von Carol Reed und den Hauptdarstellern Orson Welles und Joseph Cotton. Auch im 15. James Bond Film „Der Hauch des Todes“ war das Riesenrad für längere Zeit als Szenenlocation zu sehen.

Den Namen Wurstelprater kann man auf die Figur des „Hanswurst“ von Josef Anton Stranitzky zurückführen. Diese Figur des Volkstheaters, dass in Wien war eher komödiantisch-kritisch angelegt und daher verlegten die Wiener Stadtväter diese Volksbühnen, die zuweilen sehr kritisch mit den Herrschenden umgehen, aus der Innenstadt in den Prater. Anlässlich der Wiener Weltausstellung im Jahre 1873 wurde der Wurstelprater in Volksprater umbenannt, aber heute ist nur noch der Begriff Prater geläufig.

Der Wiener Prater ist eine Dauervergnügungsstätte mit vielen Schaustellerbetrieben wie Geisterbahnen, Karussellen und Achterbahnen und was sonst noch auf eine Kirchweih gehört. Hier befinden sich auch die Reste des wohl ersten Themenparks der Welt – das Venedig in Wein. Dieses wurde im Jahr 1895 aufgebaut, in dem man tatsächlich mit Kulissen Venedig nachgestellt hat. Daneben befinden sich hier auch viele Schaustellerbuden. Was nicht viele wissen ist, dass im Wiener Prater im Jahre 1933 die erste Geisterbahn der Welt entstand.