Spanische Hofreitschule

spanische hofreitschuleDie Spanische Hofreitschule ist ganz sicher nicht nur ein Ziel für Pferdefans, insbesondere derer der Lipizzaner Rasse, sondern wegen der Architektur für jeden Wienbesucher ein Muss.

Die Spanische Hofreitschule war ursprünglich nur der reiterlichen Ausbildung der Mitglieder der kaiserlichen Familie vorbehalten. Das Wort Spanisch im Namen kommt daher, dass Ferdinand I. (1503 bis 1564), der die Grundlage für diese Reitschule schuf, sich in Spanien aufhielt und dort die Pferderasse der Lipizzaner entdeckte, deren Vertreter als sehr intelligent und lernfreudig sind.

Heute hat diese ehemals öffentliche Einrichtung die Aufgabe, die klassische Reitkunst und auch den Fortbestand der Lipizzaner Rasse zu pflegen. Seit 2010 gehört die Klassische Reitkunst und die Hohe Schule der Spanischen Hofreitschule zum Immateriellen Welterbe der UNESCO.

In der Spanischen Hofreitschule werden seit jeher nur Lipizzanerhengste ausgebildet. Hengste anderer Rassen für diese Art von Ausbildung heranzuziehen scheiterten.Neben den Schimmeln werden auch immer ein oder zwei Braun hier ausgebildet und sie werden als Glücksbringer behandelt, denn unter den Bereitern gibt es die alte Weisheit, dass solange ein Brauner an der Schule ist, so lange wird die Spanische Hofreitschule Bestand haben. Die Ausbildung der Hengste besteht aus drei Stufen, die aber auch ineinander fließen können.

Die Remontenschule:

Wenn die Hengst im Alter von vier Jahren an die Hofreitschule nach Wien kommen, beginnt dieser erste Abschnitt ihrer Ausbildung. Gruppen von sechs bis acht Hengsten werden zunächst in der Winterreitschule frei bewegt, damit sie sich an die neue Umgebung gewöhnen können. Danach werden sie an Saumzeug und Sattel gewöhnt und laufen für rund acht Wochen an der Longe. Dadurch wird der Gehorsam geschärft, die Muskulatur gekräftigt und die Tiere auf das Gewicht eines Reiters vorbereitet.

Die Campagneschule

Nach ungefähr einem Jahr in der Remontenschule ist der Hengst für die Campagneschule vorbereitet, in der er das Tempo seiner Ausbildung bestimmt. Die Hengste erlernen unter der Anleitung von erfahrenen Bereitern und Oberbereitern das versammeln, das Reiten von Zirkel und Wendungen in allen drei Gangarten. Auch weitere Dressurübungen werden eingearbeitet und die Hengste werden an die Kandare gewöhnt. Dieser Teil nimmt zwei Drittel der gesamten Ausbildungszeit in Anspruch.

Die Hohe Schule

In dieser letzten Ausbildungsstufe perfektioniert der Reiter sein Pferd. Der Hengst lernt die Dressurfiguren Piaffe, Passage, Galopppirouette und Galoppwechsel. Nach erfolgreicher Beendigung der Ausbildung erhält der Hengst einen weißen Sattel und goldenes Saumzeug und darf an Vorführungen der Spanischen Hofreitschule teilnehmen, die Sie auf keinen Fall verpassen sollten.